MDH Breathing Coordination für Sängerinnen und Sänger

MDH Breathing Coordination für Sängerinnen und Sänger

Dass ein effizienter Umgang mit dem Atem für Sängerinnen und Sänger wesentlich ist, liegt auf der Hand. Aufgrund der komplexen Zusammenhänge zwischen Atemsystem und Stimme ist eine sehr feine Koordination notwendig. Um diese Koordination zu erreichen müssen die Körper-Strukturen frei sein, um auf die Anforderungen im Gesang zu reagieren.

Da kann die Arbeit nach den Prinzipien der MDH Breathing Coordination eine große Hilfe sein, um einerseits den Körper durch Flexibilisierung bereit zu machen und zweitens die Körper-Strukturen der Atmung und Stimme gut aufeinander abzustimmen.

Appoggio und sogenannte „Atemstütze“

Diese Abstimmung ist besonders für das sogenannte Appoggio (aus ital. appoggiarsi – sich anlehnen) wichtig, dass im Deutschen oft missverständlich als Atemstütze bezeichnet wird. Anders als das Wort Stütze vermuten lässt, handelt es sich nicht um eine feste Einstellung, die aufrechterhalten werden muss, sondern vielmehr um eine flexible Reaktion des Körper auf den Einsatz der Stimme oder präziser eine Reaktion des Körpers auf die Gegenspannung, die die Stimmlippen auf die Luft in der Lunge ausüben.

Diese Gegenspannung pflanzt sich über die Luft in der Lunge bis in die Strukturen des Atemsystems fort. Sind diese frei genug, um auf diesen Gegendruck zu reagieren, kann das Appoggio geschehen: rundherum in den Rippen, im mittleren und unteren Rücken und nicht zuletzt im Brustbein gibt es eine leichte Bewegung nach außen, die den an den Stimmlippen entstehenden Atemdruck „abpuffert“.

Innerhalb dieser flexiblen Weitung, die sich stetig an die sich durch Tonhöhe, Lautstärke, Vokal und Restluftmenge in der Lunge ändernden Druckverhältnisse anpasst, steigt das Zwerchfell allmählich nach oben und die Rippen senken sich im Zeitlupentempo.

Diese Senkung der Rippen wird häufig gar nicht wahrgenommen, weil sie erst gegen Ende der Atemphrase deutlich spürbar wird. Die meisten Gesangsphrasen sind erheblich kürzer, so dass diese Senkung kaum erfahrbar wird. Daher das verbreitete Missverständnis man müsse die Rippen die ganze Zeit weit halten.

Atemluftmenge und Gasaustausch

Sind die Rippen frei beweglich und ist ihre Bewegung gut Koordiniert mit der Bewegung des Zwerchfells, kann selbiges höher steigen und damit mehr verbrauchte Luft aus der Lunge drücken.

Nach solch einem effizienteren Gasaustausch benötigt man weniger Einatemluft, um den Sauerstoffbedarf des Körpers zu decken, was den Druck unter dem Kehlkopf verringert und dadurch ein leichtes Ansprechen der Stimme unterstützt.  Durch die verstärkte Randschwingung der Stimme erhöht sich ihre Tragfähigkeit.